Medikamente während der Menopause: Wie sich hormonbedingte Nebenwirkungen verändern

Medikamente während der Menopause: Wie sich hormonbedingte Nebenwirkungen verändern Jan, 1 2026

Hormontherapie-Risiko-Bewertung

Ihr individuelles Risiko

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Was passiert im Körper während der Menopause?

Wenn die Eierstöcke weniger Östrogen und Progesteron produzieren, ändert sich nicht nur der Zyklus - der ganze Körper reagiert. Hitzeanfälle, Nachtschweiß, trockene Scheide, Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen: Das sind keine bloßen Unannehmlichkeiten. Sie stören den Alltag, beeinträchtigen die Beziehungen und senken die Lebensqualität. Für viele Frauen ist das ein Grund, über Hormonersatztherapie (HRT) nachzudenken. Doch die Entscheidung ist nicht einfach. Was hilft, kann auch schaden. Und die Nebenwirkungen verändern sich mit der Zeit, dem Alter und der Art der Einnahme.

Welche Medikamente gibt es wirklich?

Hormontherapien sind nicht alle gleich. Es gibt Östrogen allein - das wird Frauen verschrieben, die die Gebärmutter entfernt bekommen haben. Frauen mit Gebärmutter brauchen eine Kombination aus Östrogen und Progesteron, sonst steigt das Risiko für Endometriumkrebs. Die Medikamente kommen in verschiedenen Formen: als Tablette, Pflaster, Gel, Vaginalring oder Vaginalzäpfchen. Duavee, zum Beispiel, ist eine Tablette mit kombiniertem Östrogen und Bazedoxifen, das die Gebärmutter schützt, ohne zusätzliches Progesteron zu brauchen. Die Wahl der Form ist entscheidend. Pflaster und Gele werden über die Haut aufgenommen. Das bedeutet: Weniger Belastung für die Leber, weniger Magen-Darm-Beschwerden und ein geringeres Risiko für Blutgerinnsel als bei Tabletten.

Was sind die häufigsten Nebenwirkungen?

Die meisten Frauen erleben Nebenwirkungen, besonders in den ersten drei bis sechs Monaten. Etwa 30 bis 50 Prozent haben unerwartete Blutungen - das ist normal, wenn der Körper sich an die neuen Hormone gewöhnt. Brustschmerzen treten bei 20 bis 40 Prozent auf, manchmal nur leicht, manchmal so stark, dass man sich nicht anziehen möchte. Kopfschmerzen, Übelkeit, Wassereinlagerungen in Beinen oder Händen - das sind typische Anfangsreaktionen. Einige Frauen berichten von Stimmungsschwankungen oder sogar Depressionen, aber das passiert nur bei 12 bis 18 Prozent. Die gute Nachricht: Die meisten dieser Symptome bessern sich innerhalb von drei Monaten. Wer sie nicht aushält, sollte nicht aufgeben, sondern mit dem Arzt die Dosis oder die Form wechseln.

Ärztin und Patientin beraten, hormonelle Therapieformen als schwebende Symbole, beruhigende Energie.

Wann werden Nebenwirkungen gefährlich?

Es gibt Nebenwirkungen, die man nicht ignorieren darf. Blutgerinnsel in den Beinen oder Lunge, Schlaganfall, Herzinfarkt - diese Risiken steigen, besonders bei Frauen, die die Therapie nach dem 60. Lebensjahr oder mehr als zehn Jahre nach der letzten Periode beginnen. Die Frauenstudie Women’s Health Initiative zeigte: Bei der Kombinationstherapie steigt das Schlaganfallrisiko um 41 Prozent, das Risiko für Blutgerinnsel um 113 Prozent, das Brustkrebsrisiko um 26 Prozent. Das klingt dramatisch. Aber es geht um absolute Zahlen: Von 10.000 Frauen entwickeln 21 einen Schlaganfall pro Jahr - mit Hormontherapie sind es 29. Das ist ein Anstieg, aber kein katastrophaler Sprung. Das Risiko ist höher bei Raucherinnen, Übergewichtigen und Frauen mit Bluthochdruck. Wer gesund ist, jung ist und kurz nach der Menopause beginnt, hat ein günstigeres Verhältnis von Nutzen zu Risiko.

Warum beginnen immer weniger Frauen mit Hormontherapie?

Im Jahr 1999 nahmen fast 50 Prozent der amerikanischen Frauen im mittleren Alter Hormone. Heute sind es nur noch knapp 17 Prozent. Der Grund? Die Frauenstudie von 2002 machte Angst. Sie zeigte, dass HRT nicht nur die Symptome lindert, sondern auch Risiken erhöht. Seitdem haben viele Frauen abgebrochen. Doch die Forschung hat sich weiterentwickelt. Heute weiß man: Es kommt auf Wann, Wie und Wer an. Frauen, die vor dem 60. Lebensjahr oder innerhalb von zehn Jahren nach der Menopause beginnen, haben ein deutlich geringeres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Neue Formulierungen wie transdermale Pflaster oder niedrig dosierte Vaginalpräparate reduzieren die systemischen Risiken. Inzwischen wächst der Markt für Hormontherapien wieder - nicht weil alle zurückkehren, sondern weil die richtigen Frauen die richtigen Mittel bekommen.

Gibt es Alternativen ohne Hormone?

Ja. Und sie werden immer besser. Für trockene Scheide helfen Vaginalfeuchtigkeitscremes oder DHEA-Zäpfchen - sie wirken lokal, ohne den ganzen Körper zu beeinflussen. 70 Prozent der Frauen berichten von deutlich weniger Schmerzen beim Sex. Für Hitzeanfälle gibt es nicht-hormonale Medikamente: SSRIs wie Paroxetin reduzieren die Anfälle um 50 bis 60 Prozent. Gabapentin und Clonidine wirken ähnlich. Ein neuer Wirkstoff, Fezolinetant, blockiert ein Nervensignal, das Hitzeanfälle auslöst - in Studien senkte er die Anzahl der Anfälle um mehr als die Hälfte. Auch Lebensstil hilft: Weniger Koffein, kein Alkohol, keine heißen Räume, keine Zigaretten. Wer das vermeidet, hat oft weniger Anfälle. Und die meisten Frauen, die mit nicht-hormonalen Mitteln beginnen, bleiben dabei. Sie wollen keine Hormone - und bekommen trotzdem Linderung.

Frau spaziert im Garten, nicht-hormonelle Linderung als schwebende Lichtfäden, friedliche Stimmung.

Wie finde ich die richtige Therapie für mich?

Es gibt keine Standardlösung. Deine Geschichte zählt: Hast du Brustkrebs in der Familie? Hattest du einen Schlaganfall? Bist du Raucherin? Wie schwer sind deine Symptome? Möchtest du nur die Scheide behandeln oder auch die Hitzeanfälle? Der Arzt sollte nicht einfach ein Rezept ausstellen, sondern mit dir sprechen. Wenn du nach drei Monaten immer noch starke Nebenwirkungen hast, ist das kein Grund aufzugeben - das ist ein Signal, die Therapie anzupassen. Vielleicht hilft eine niedrigere Dosis. Vielleicht ein Pflaster statt einer Tablette. Vielleicht eine andere Kombination. 68 Prozent der Frauen erreichen mit Dosisanpassung eine gute Symptomkontrolle. 45 Prozent profitieren vom Wechsel der Form. Die beste Therapie ist die, die du verträgst und die du auch wirklich einnimmst.

Was passiert, wenn ich eine Dosis vergesse?

Wenn du eine Tablette vergisst: Nimm sie so schnell wie möglich nach, wenn es noch mehr als 12 Stunden bis zur nächsten Einnahme sind. Ist es fast Zeit für die nächste, dann überspringe die vergessene Dosis - und nimm nicht einfach zwei Tabletten auf einmal. Bei Pflastern: Klebe einfach ein neues auf, wenn das alte abfällt. Bei Vaginalringen: Wenn du ihn mehr als drei Stunden vergisst, nimm ihn raus, spüle ihn mit Wasser ab und setze ihn wieder ein. In den nächsten sieben Tagen brauchst du einen zusätzlichen Verhütungsschutz, falls du noch nicht vollständig menopausal bist. Die Regeln sind einfach - aber wichtig. Fehler bei der Einnahme können zu unerwarteten Blutungen führen oder die Wirksamkeit reduzieren.

Wie lange sollte ich Hormone nehmen?

Es gibt keine feste Regel. Einige Frauen nehmen sie nur ein oder zwei Jahre, um die akuten Symptome zu überstehen. Andere brauchen sie länger - besonders wenn sie unter starker Knochendichteabnahme leiden oder unter anhaltenden Hitzeanfällen. Die Empfehlung lautet: Nutze die niedrigste wirksame Dosis für die kürzestmögliche Zeit. Aber das ist kein Zwang. Wenn du dich gut fühlst, die Nebenwirkungen verschwunden sind und dein Risiko gering ist, kannst du auch länger nehmen. Viele Frauen brechen die Therapie abrupt ab - und erleben dann einen Rückfall der Symptome. Besser ist es, langsam abzusetzen: Die Dosis verringern, dann nach einigen Monaten wieder prüfen, ob du sie noch brauchst. Die meisten Frauen, die behutsam absetzen, kommen ohne starke Rückfälle durch.