Wie Sie QR-Codes und digitale Rezeptetiketten-Tools richtig einsetzen

Wie Sie QR-Codes und digitale Rezeptetiketten-Tools richtig einsetzen Nov, 19 2025

Stellen Sie sich vor, Sie nehmen ein Medikament ein - und mit einem einfachen Scan Ihres Smartphones erhalten Sie sofort alle wichtigen Informationen: Wie viel nehmen Sie ein? Wann? Welche Nebenwirkungen können auftreten? Gibt es Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten? Und was tun bei einer Überdosis? Das ist kein Science-Fiction. Das ist heute Realität - dank QR-Codes und digitalen Rezeptetiketten-Tools. Diese Technologie verändert die Art und Weise, wie Patienten mit ihren Medikamenten umgehen, und macht die Pharmazie sicherer, effizienter und zugänglicher.

Was genau sind QR-Codes auf Rezeptetiketten?

Ein QR-Code auf einer Medikamentenverpackung ist kein einfacher Strichcode. Es ist ein zweidimensionaler Barcode, der Daten speichert - und zwar viel mehr als nur einen Produktnamen. Wenn Sie ihn mit Ihrem Smartphone scannen, öffnet er eine digitale Seite mit detaillierten Informationen über das Medikament. Das kann die vollständige Packungsbeilage sein, Erinnerungen an die Einnahme, Videos zur richtigen Anwendung oder sogar Warnungen vor Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten, die Sie einnehmen.

Die Technologie wurde 1994 von Denso Wave entwickelt, aber erst seit den letzten Jahren wird sie in der Pharmazie massiv eingesetzt. Nach einer Studie der Healthcare Distribution Alliance stieg die Nutzung von QR-Codes in der Pharmaindustrie zwischen 2019 und 2022 um 327 %. Warum? Weil sie funktionieren. Eine Fallstudie von Freyr Solutions aus dem Jahr 2023 zeigte, dass QR-Codes die Anzahl der Medikationsfehler um 43 % reduzieren können. Das ist kein kleiner Erfolg - das ist lebenswichtig.

Warum dynamische QR-Codes die einzige sinnvolle Wahl sind

Nicht alle QR-Codes sind gleich. Es gibt zwei Arten: statische und dynamische. Statische QR-Codes zeigen immer auf dieselbe URL - und wenn sich die Informationen ändern, müssen Sie die Verpackung neu drucken. Das ist teuer, unpraktisch und veraltet.

Dynamische QR-Codes hingegen sind intelligent. Sie verweisen auf eine URL, die Sie jederzeit ändern können, ohne die Verpackung zu verändern. Sie können Inhalte aktualisieren, A/B-Tests durchführen, Scans analysieren - und sogar Zugriffsrechte steuern. 88 % aller pharmazeutischen Anwendungen nutzen heute dynamische Codes, laut Clappia’s 2023 Analyse. Warum? Weil sie flexibel sind. Wenn ein neuer Warnhinweis erscheint, können Sie ihn innerhalb von Minuten online aktualisieren. Patienten, die das Medikament morgen scannen, sehen die neueste Version - ohne dass eine neue Flasche produziert werden muss.

Dynamische Codes liefern auch Daten: Wo wurde gescannt? Um welche Uhrzeit? Mit welchem Gerät? Das hilft Apotheken und Herstellern, zu verstehen, wie Patienten die Informationen nutzen - und wo sie Unterstützung brauchen.

Wie scannen Sie einen QR-Code richtig?

Es klingt einfach - aber viele Patienten scheitern daran. Der QR-Code muss gut platziert sein: weg von Falzen, Nähten oder unebenen Flächen. Die ISO/IEC 18004:2015-Norm verlangt einen klaren Rand von mindestens vier Modulen um den Code herum. Der Kontrast zwischen Code und Hintergrund muss mindestens 70 % betragen. Ein schwarzer Code auf weißem Hintergrund? Perfekt. Ein grauer Code auf hellgrauem Plastik? Fehlschlag.

Die Größe ist entscheidend. Auf einer kleinen Flasche brauchen Sie mindestens 1,5 Zoll (ca. 3,8 cm) Quadrat. Auf einer runden Flasche oder einer Tube wird es schwieriger - dann brauchen Sie 30 % größere Codes als auf flachen Flächen. Testen Sie den Code vor der Produktion: Scannen Sie ihn unter verschiedenen Lichtverhältnissen, aus verschiedenen Winkeln, mit verschiedenen Smartphones. Nicht jeder Scanner ist gleich. Die meisten Geräte ab 2018 erkennen QR-Codes zuverlässig - aber ältere Modelle oder schlechte Kameras können scheitern.

Apotheker zeigt einem Patienten ein digitales QR-Code-System mit schwebenden Medikationsinformationen.

Was muss auf der digitalen Seite stehen?

Ein QR-Code ist kein Werbebanner. Er ist ein Sicherheitsinstrument. Die Singapore Health Sciences Authority (HSA) legt seit April 2024 klare Regeln fest: Jede digitale Seite muss mindestens diese Informationen enthalten:

  • Indikation (wofür das Medikament ist)
  • Einnahmeanweisungen (wie viel, wie oft, mit oder ohne Essen)
  • Gegenanzeigen (wann man es nicht nehmen darf)
  • Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen (z. B. „kann Schläfrigkeit verursachen“)
  • Wichtige Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten
  • Was tun bei einer Überdosis?

Alles andere - wie Videos, Erinnerungsfunktionen oder interaktive Chatbots - ist Bonus. Aber diese sechs Punkte sind Pflicht. Und sie müssen mit der gedruckten Packungsbeilage exakt übereinstimmen. Keine Abweichungen. Keine Verzerrungen. Keine Halbwahrheiten.

Wie integrieren Sie QR-Codes in die Apotheke oder Klinik?

Die Umsetzung ist kein Einmal-Projekt. Es ist ein Prozess. Die sQR.me-Implementierungsstrategie für die Pharmazie beschreibt sechs Phasen:

  1. Regulatorische Prüfung (2-3 Wochen): Welche Gesetze gelten in Ihrer Region? In der EU wird ab 2026 voraussichtlich QR-Code-Pflicht für alle Rezeptmedikamente gelten. In den USA ist es noch freiwillig - aber die FDA unterstützt es.
  2. Inhaltsstrategie (1-2 Wochen): Was soll der Patient genau sehen? Wer schreibt den Text? Wer übersetzt ihn? Wer prüft ihn auf medizinische Korrektheit?
  3. Technische Integration (3-8 Wochen): Verbinden Sie den QR-Code mit Ihrem EHR-System (Elektronische Patientenakte) über HL7 FHIR-APIs. Verknüpfen Sie ihn mit Ihrem Apothekenmanagement-System über NCPDP SCRIPT. Stellen Sie sicher, dass er mit OAuth 2.0-Sicherheit funktioniert, wenn Patienten sich einloggen müssen.
  4. Personaltraining (40-80 Stunden pro Einrichtung): Apotheker, Pflegekräfte, Techniker - alle müssen wissen, wie man den Code scannen, interpretieren und erklären kann. Eine Studie von Clappia zeigt: 4,7 Stunden praktische Schulung pro Mitarbeiter sind nötig, um 95 %ige Kompetenz zu erreichen.
  5. Patientenaufklärung (2-4 Wochen): Viele ältere Menschen wissen nicht, was ein QR-Code ist. Verteilen Sie kleine Karten mit Bildern und Anweisungen: „Scannen Sie diesen Code mit Ihrer Kamera-App. Keine App herunterladen - einfach öffnen und halten.“
  6. Leistungsüberwachung (laufend): Überprüfen Sie wöchentlich die Scan-Daten. Wie viele scannen? Wo scheitern sie? Welche Seiten haben hohe Abbruchraten? Nutzen Sie diese Daten, um die Inhalte zu verbessern.

Die Vorteile - Zahlen, die sprechen

Es geht nicht nur um Technik. Es geht um Ergebnisse.

  • 63 % weniger Anrufe von Patienten: Ein Apotheker in einem Reddit-Thread berichtete, dass nach Einführung von QR-Codes auf Medikamententaschen die Anzahl der Fragen, die er von Patienten bekam, um 63 % sank.
  • 41 % weniger Fehler bei IV-Medikamenten: In einer Intensivstation verringerte sich die Rate von Verabreichungsfehlern durch QR-Code-Überprüfung um 41 %.
  • Adhärenz von 62 % auf 89 % gesteigert: Bei Herzversagen-Patienten stieg die Einnahmequote von Medikamenten von 62 % auf 89 %, nachdem jede Dosis mit einem QR-Code versehen wurde.
  • 83 % Patientenengagement: In einem Diabetes-Programm nutzten 83 % der Patienten die QR-Code-Postkarten, um sich über ihre Therapie zu informieren.

Und das ist nur der Anfang. Die globale Marktgröße für pharmazeutische QR-Codes betrug 2023 287 Millionen US-Dollar. Bis 2028 soll sie auf 1,2 Milliarden US-Dollar wachsen - bei einer jährlichen Wachstumsrate von 32,6 %.

Patient erhält medizinische Informationen per Audio, während ein QR-Code mehrsprachige Texte anzeigt.

Die Herausforderungen - und wie man sie löst

Nicht alles ist perfekt. QR-Codes haben Grenzen.

1. Digitale Kluft bei älteren Patienten: Eine Studie von AARP aus März 2024 zeigt: Nur 58 % der Menschen über 65 fühlen sich mit QR-Codes wohl. 38 % brauchen Hilfe beim Scannen - im Vergleich zu 12 % der 18- bis 45-Jährigen. Lösung: Bieten Sie zusätzliches Personal an, das beim Scannen hilft. Oder nutzen Sie Audio-Geräte, die den Inhalt vorlesen - wie von der Access Board empfohlen.

2. Kein Internet? Kein Scan?: In ländlichen Gebieten haben 23 % der Patienten schlechte oder keine Internetverbindung. Lösung: Bauen Sie Offline-Funktionen ein. Laden Sie die wichtigsten Informationen als PDF herunter, die auf dem Smartphone gespeichert werden können. Oder drucken Sie eine kurze, klare Zusammenfassung auf das Etikett - auch wenn der QR-Code nicht funktioniert.

3. Technische Komplexität: Die Integration in bestehende Systeme ist aufwendig. Aber das ist kein Grund, es nicht zu versuchen. Beginnen Sie mit einem Pilotprojekt: Wählen Sie ein Medikament aus, das viele Patienten einnehmen - z. B. Blutdruckmittel. Testen Sie es in einer Apotheke. Sammeln Sie Daten. Verbessern Sie. Skalieren Sie dann.

Was kommt als Nächstes?

Die Zukunft ist digital - und sie kommt schnell.

Ab 2026 könnte die EU alle Rezeptmedikamente mit QR-Codes verpflichten. Die FDA hat bereits festgelegt, dass QR-Codes mit Universal Device Identifiers (UDIs) für Medizinprodukte verknüpft werden müssen. Neue Systeme wie die von Freyr Solutions integrieren jetzt KI-Tools, die automatisch prüfen, ob ein Medikament mit anderen Medikamenten, die der Patient einnimmt, interagiert - und warnen sofort.

Und dann gibt es noch die Sprachautomatik: Ein QR-Code erkennt, welches Sprachsystem Ihr Smartphone hat - und zeigt die Informationen automatisch auf Deutsch, Englisch, Türkisch oder Arabisch an. Das ist kein Traum. Global Vision hat es bereits in einer Pilotphase erfolgreich getestet.

Fazit: QR-Codes sind kein Trend - sie sind die neue Norm

QR-Codes auf Rezeptetiketten sind nicht nur eine nette Ergänzung. Sie sind ein notwendiger Schritt zur Verbesserung der Patientensicherheit. Sie reduzieren Fehler, steigern die Einnahme, sparen Zeit und schaffen Transparenz. Die Technologie ist reif. Die Gesetze folgen. Die Patienten erwarten es.

Wenn Sie als Apotheke, Krankenhaus oder Hersteller noch nicht damit begonnen haben, verpassen Sie nicht nur eine Chance - Sie setzen Ihre Patienten einem unnötigen Risiko aus. Beginnen Sie klein. Testen Sie. Lernen Sie. Und bauen Sie dann systematisch aus. Die Zukunft der Medikamentenversorgung ist nicht nur digital - sie ist auch sicherer, klarer und menschlicher.

Kann ich einen QR-Code auf jeder Medikamentenverpackung verwenden?

Ja - aber nur, wenn die Verpackung die technischen Anforderungen erfüllt. Der QR-Code muss mindestens 1,5 Zoll (3,8 cm) groß sein, einen klaren Rand von vier Modulen haben und einen Kontrast von mindestens 70 % zum Hintergrund aufweisen. Er darf nicht auf Falzen, Nähten oder gekrümmten Flächen platziert werden, wenn er nicht vergrößert wird. Für runde Flaschen oder Tuben empfiehlt sich eine 30 % größere Größe als bei flachen Oberflächen.

Brauche ich eine spezielle App, um einen QR-Code zu scannen?

Nein. Die meisten Smartphones ab 2018 haben eine integrierte Kamera-App, die QR-Codes automatisch erkennt. Öffnen Sie einfach die Kamera, richten Sie sie auf den Code - und das Gerät erkennt ihn und öffnet die Website automatisch. Sie brauchen keine zusätzliche App herunterzuladen - es sei denn, der Link führt zu einer App, die Sie installieren müssen.

Warum sind dynamische QR-Codes besser als statische?

Dynamische QR-Codes erlauben es Ihnen, die Ziel-URL nach dem Drucken zu ändern. Wenn sich die Packungsbeilage aktualisiert, können Sie die digitale Seite updaten - ohne neue Etiketten zu drucken. Sie bieten auch Analysefunktionen: Sie sehen, wer den Code scannen, wo, wann und mit welchem Gerät. Statische Codes sind fix - und wenn sie falsch sind, müssen Sie alles neu drucken. Das kostet Zeit und Geld.

Wie sicher sind QR-Codes für meine Patientendaten?

Die QR-Codes selbst speichern keine personenbezogenen Daten. Sie verweisen nur auf eine Website. Wenn die Website jedoch eine Anmeldung erfordert (z. B. für den Zugriff auf die elektronische Patientenakte), dann wird die Sicherheit durch OAuth 2.0 oder ähnliche Standards gewährleistet. Die Daten auf der Webseite sind medizinische Informationen zum Medikament - nicht die Daten des Patienten. Es sei denn, der Patient meldet sich bewusst an - dann gilt der Datenschutz der jeweiligen Plattform.

Was passiert, wenn der QR-Code nicht funktioniert?

Jede Verpackung muss immer noch die grundlegenden Informationen in gedruckter Form enthalten: Indikation, Dosierung, Gegenanzeigen, Warnhinweise. Der QR-Code ist ein Zusatz - kein Ersatz. Wenn er nicht funktioniert, bleibt die gedruckte Packungsbeilage die verbindliche Quelle. Patienten dürfen nie ohne Zugang zu wichtigen Informationen bleiben - egal ob digital oder analog.

Wie kann ich ältere Patienten beim Scannen unterstützen?

Bieten Sie Unterstützung an: Zeigen Sie es ihnen persönlich, legen Sie eine Anleitung mit Bildern in die Tüte, oder installieren Sie ein Tablet in der Apotheke, das speziell für das Scannen von Medikamentenetiketten vorgesehen ist. Einige Apotheken haben sogar Mitarbeiter, die speziell dafür ausgebildet sind, Patienten beim Umgang mit digitalen Tools zu helfen. Das ist kein zusätzlicher Aufwand - das ist Teil moderner Patientenversorgung.

Gibt es rechtliche Vorgaben für QR-Codes auf Rezeptetiketten?

Ja. In Singapur ist es seit April 2024 Pflicht, QR-Codes mit bestimmten Informationen zu verknüpfen. In der EU ist eine gesetzliche Pflicht ab 2026 geplant. Die FDA unterstützt digitale Etiketten und hat Richtlinien veröffentlicht. In Deutschland ist es derzeit nicht verpflichtend, aber die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) hat QR-Codes als akzeptable Methode zur Informationsbereitstellung bestätigt. Es ist ratsam, sich an die strengsten Standards zu halten - auch wenn sie noch nicht gesetzlich vorgeschrieben sind.

14 Kommentare

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    Nils Heldal

    November 19, 2025 AT 18:21

    Ich finde es toll, dass QR-Codes endlich in der Pharmazie Einzug halten. Endlich kann man nicht mehr nur auf die winzige Schrift auf dem Etikett starren und raten, ob man das Medikament richtig nimmt. Ich habe vor zwei Monaten meinen Großvater dabei unterstützt, seinen Blutdruckmedikamenten-Code zu scannen - er war völlig überrascht, wie viel mehr Infos da sind, als auf dem Papier steht. Keine Ahnung, warum das nicht schon vor zehn Jahren Standard war.

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    Linn Tammaro

    November 21, 2025 AT 04:52

    Stimmt. Ich arbeite in einer Apotheke und seit wir die dynamischen Codes eingeführt haben, kommen deutlich weniger Leute mit dem alten Packungsbeilage-Blatt und fragen: „Warum steht hier was anderes?“ Die Leute scannen, lesen, verstehen - und gehen. Einfach. Kein Stress. Kein Gerede.

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    Kari Littleford

    November 23, 2025 AT 02:20

    Ich muss sagen, dass ich die Idee grundsätzlich gut finde, aber ich habe auch schon erlebt, dass ältere Menschen völlig verunsichert waren, weil sie dachten, sie müssten eine App runterladen - und dann waren sie frustriert, weil sie keine hatten. Und dann gab es noch den Fall, wo jemand den Code gescannt hat, aber das Internet nicht funktionierte, und dann war die ganze Information weg. Also, ja, Technik ist gut - aber sie darf nicht die einzige Informationsquelle sein. Die gedruckte Packungsbeilage muss immer da sein, und zwar klar, lesbar, und nicht in 6-Punkt-Schrift. Ich weiß, dass das teuer ist, aber Gesundheit ist kein Sparprojekt.

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    Siw Andersen

    November 23, 2025 AT 17:13

    Was für eine lächerliche technokratische Fiktion. Wir haben doch schon seit Jahrzehnten Medikamenteninformationen - und jetzt soll man plötzlich sein Smartphone zücken, weil man nicht mehr lesen kann? Die ganze Sache ist eine perfekte Metapher für unsere entmenschlichte Gesellschaft: Stattdessen, dass man jemandem erklärt, was ein Medikament tut, wird ihm ein QR-Code in die Hand gedrückt, als wäre er ein Roboter, der nur Daten verarbeiten kann. Wo bleibt die menschliche Interaktion? Wo bleibt die Beratung? Wo bleibt die Empathie? Das ist nicht Innovation - das ist Kapitalismus in seiner am wenigsten verhüllten Form.

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    Bjørn Ole Kjelsberg

    November 24, 2025 AT 01:46

    Die Zahlen hier sind irreführend. 63 % weniger Anrufe? Das heißt nicht, dass die Patienten besser informiert sind - es heißt, dass sie einfach aufhören, Fragen zu stellen, weil sie denken, sie müssten es selbst herausfinden. Und 41 % weniger IV-Fehler? Bei welcher Studie? Welche Kontrollgruppe? Wer hat die Daten erhoben? Und warum wird nicht erwähnt, dass QR-Codes in Krankenhäusern oft durch Lichtreflexionen, schlechte Druckqualität oder beschädigte Etiketten gar nicht lesbar sind? Ich habe in drei verschiedenen Kliniken gesehen, wie Pflegekräfte den Code 17 Mal versucht haben, bevor sie aufgegeben haben und das Papier genommen haben. Technik ist kein Allheilmittel - sie ist ein Werkzeug. Und wenn man es falsch einsetzt, wird es zum Hindernis.

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    Kristin Beam

    November 25, 2025 AT 02:51

    Ich komme aus einer kleinen Gemeinde in Norwegen, wo viele ältere Menschen kein Smartphone haben - oder es haben, aber nicht nutzen. Aber wir haben ein kleines Tablet an der Theke, das immer bereit liegt. Jeder, der will, kann sich hinsetzen, den Code scannen, und wir erklären es ihm. Es ist kein großer Aufwand - aber es macht einen Riesengewinn. Ich glaube, es geht nicht darum, ob man QR-Codes nutzt - sondern wie man sie nutzt. Mit Menschlichkeit. Nicht als Ersatz, sondern als Ergänzung.

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    Cathrine Damm

    November 26, 2025 AT 00:45

    QR-Codes? Das ist doch nur der Anfang. Bald werden sie uns zwingen, alle Medikamente über einen Chip im Körper zu verwalten. Die Pharma-Industrie und die Regierung arbeiten zusammen - sie wollen uns kontrollieren. Jede Einnahme wird protokolliert. Jede Reaktion wird gespeichert. Wer hat Zugriff? Wer entscheidet, was wir nehmen dürfen? Und was passiert, wenn man den Code nicht scannen kann? Werden wir dann als „nicht kooperativ“ eingestuft? Ich habe meine Medikamente seit 30 Jahren ohne Smartphone eingenommen - und ich werde es auch weiterhin tun. Kein Code, kein Chip, kein Tracking. Das ist mein Körper. Nicht euer Datenbank.

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    Dag Arild Mathisen

    November 27, 2025 AT 17:02

    Ich bin Apotheker und habe das ganze System in meiner Apotheke eingeführt. Ich kann sagen: Es funktioniert. Wir haben eine kleine Anleitung mit Bildern gedruckt - „Kamera öffnen, auf Code halten, warten“. Und wir haben ein paar ältere Leute, die jetzt jeden Tag den Code scannen, nur weil sie sich sicher fühlen. Ein Mann hat mir gesagt: „Jetzt weiß ich, warum ich mich so müde fühle - ich nehme das Medikament mit Kaffee ein, und das steht hier drin.“ Keine Ahnung, wie lange er das schon macht. Aber jetzt weiß er es. Das ist der Gewinn. Nicht die Technik - die Erkenntnis.

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    alf hdez

    November 29, 2025 AT 16:10

    Ich finde es super, dass das jetzt vorangeht. Ich habe einen Freund mit Diabetes, der früher immer vergessen hat, seine Medikamente zu nehmen. Jetzt bekommt er eine Erinnerung, wenn er den Code scannt - und er hat sogar eine kleine Notiz, was er essen darf und was nicht. Ich war skeptisch, aber jetzt bin ich überzeugt. Einfach, weil es ihm hilft. Und das ist doch das Wichtigste, oder?

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    Hanne Røed

    November 29, 2025 AT 17:34

    Ich habe vor zwei Wochen meinen Blutdruckcode gescannt. Es hat funktioniert. Die Seite war klar. Ich habe alles gelesen. Ich war froh. Aber ich habe auch gesehen, dass der Text auf Deutsch war - obwohl ich Englisch kann. Warum nicht auch Englisch? Oder Arabisch? Oder Türkisch? Ich habe Freunde, die das nicht verstehen. Warum macht man das nicht mehr inklusiv?

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    Kristin Cioffi-Duarte

    November 30, 2025 AT 20:49

    Es ist faszinierend, wie Technik uns dazu zwingt, über das Wesen der Information nachzudenken. Früher war Wissen etwas, das man lernen musste - heute ist es etwas, das man abruft. Aber ist das Wissen wirklich unseres, wenn es nur auf einem Server liegt? Oder ist es nur ein Abbild, das wir mit einem Klick abrufen? Ich frage mich: Was passiert, wenn die Server ausfallen? Was passiert, wenn die Daten manipuliert werden? Was passiert, wenn wir vergessen, wie man ohne Smartphone lebt? QR-Codes sind praktisch - aber sie dürfen uns nicht von der Verantwortung entbinden, selbst zu denken, zu fragen, zu verstehen.

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    Theadora Benzing

    Dezember 1, 2025 AT 10:37

    Dynamische Codes > statische. Punkt.

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    kristine Itora

    Dezember 3, 2025 AT 02:23

    Ich hab’s gesehen - ein Mann in der Apotheke hat den Code gescannt, hat die Seite geöffnet, und dann hat er sich gefragt: „Warum steht das nicht auf dem Etikett?“ Ich hab ihm gesagt: „Weil es zu viel ist.“ Er hat genickt. Hat nicht gesagt, dass er es nicht versteht. Hat nur gesagt: „Dann gib mir das Papier.“ Und ich hab ihm das gegeben. Und er hat es mitgenommen. Ich denke, wir brauchen beides. Nicht nur die Technik. Nicht nur das Papier. Beides. Zusammen.

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    Ann Klein

    Dezember 3, 2025 AT 08:26

    Ich bin aus Deutschland - und wir haben das schon vor Jahren eingeführt. In manchen Apotheken gibt es sogar QR-Codes mit Sprachausgabe. Ältere Leute drücken einfach auf einen Knopf - und hören die Anweisungen. Kein Lesen. Kein Scannen. Nur hören. Einfach. Genial. Warum macht das hier noch keiner?

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